Wer bin ich ?
Julia Graf (sie/she/her)
geboren 1981 in Magdeburg, Sachsen-Anhalt, aufgewachsen im Harzvorland
Mutter einer erwachsenen Tochter und seit 26 Jahren in Berlin
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Gestalttherapeutin
Ausgebildet am Institut für Gestalttherapie Berlin (IGG)
von 2021 bis 2025
Von 2011 bis 2026 Lernbegleiterin und Sonderpädagogin an einer Freien Schule in Berlin
Sonderpädagogin mit 2. Staatsexamen ausgebildet an der
Humboldt Universität Berlin Fachbereiche
Gehörlosigkeit und Lernen
Therapie in Deutscher und Englischer Sprache,
Sehr gute Spanischkenntnisse
Kommunikationsassistentin für Deutsche Gebärdensprache
Regelmäßige Supervision, fortlaufende Selbsterfahrung sowie professionelle Fort- und Weiterbildung sichern die Qualität meiner Arbeit


Mein Weg zur Gestalt und zur Psychotherapie
Zu meinem Hintergrund gehört Neurodivergenz. Sie ist Teil meines Familiensystems.
Mit einer Diagnose ADS als erwachsene Frau in meinen 30ern habe ich viel recherchiert und erprobt. Im Sinne der Gestalt war mein Lernweg dabei geprägt von Erlebnissen mit anderen Menschen, Kolleg*innen, Therapeutisch-Professionellen und später in der Auseinandersetzung mit meinen Grenzen und Fähigkeiten während der therapeutischen Ausbildung. Es war ein gewundener Weg, mich und mein Nervensystem besser kennenzulernen. In mir wuchs dabei der Wunsch, andere auf ihrem Weg zu begleiten.
Ich habe durch meine Erfahrungen Strategien entwickeln können, die mich meinen Alltag, mit dem Wissen um mein individuelles Nervensystem, bewusster gestalten lassen. Neugier - im Sinne eines kontinuierlichen Erforschens - ist dabei mein Motor.
Zu meinem Hintergrund gehört auch das Aufwachsen mit einem gehörlosen Geschwisterkind.
Aus dieser Prägung ziehe ich ein gutes Auge für Gestik, Mimik und Körpersprache, ein Verständnis für Sprachbarrieren, eine klare, inklusive Haltung gegen Diskriminierung, und Ableismus. Ein Bewusstsein für Familiensysteme.
Neugier auf Kontakt
Ausgehend von meinem Sein in der Welt, meiner familiären Prägung und meiner Haltung gegenüber ungleichen Ausgangsvoraussetzungen standen für mich früh die Suche nach Verbindung auf Augenhöhe, die Neugier an zwischenmenschlichen Prozessen und auch der Wunsch nach Abgrenzung im Zentrum meiner Aufmerksamkeit.
In meinen Lebenslauf woben sich das Entdecken neuer Sprachen, unterschiedlicher kultureller Codes, Musik und auch das Kennenlernen von Literatur, Soziologie, Lerntheorie, Pädagogik und Psychologie. Das sind die Felder in die ich in verschiedenen Studien bis heute immer wieder eintauche.
Zusätzlich zum Studium habe ich mir ein Zertifikat als Kommunikationsassistentin in Deutscher Gebärdensprache erarbeitet. Sprachen faszinieren mich und: sie sind nur das Mittel zur Kommunikation. Wie authentischer Kontakt funktioniert, dazu bedurfte es das Anerkennen meiner eigenen Verletzlichkeit. Mit der Geburt meiner Tochter begann ich mich auch in dieser Facette besser kennenzulernen.
Freie Schule und Gestalttherapie
In der Begleitung meiner Tochter begann ich mich mit einer Pädagogik auf Augenhöhe zu beschäftigen. Nach meinem Abschluss als Lehrerin für Sonderschulen mit dem Staatsexamen, entschied ich mich für die Arbeit an einer Freien Schule. Ich habe beide Schulsysteme kennengelernt und mich bewusst für das Freie Schulsystem entschieden. Auch diese Auseinandersetzung prägt mein Weltbild und schlägt für mich die erste Brücke zu den humanistischen Therapieverfahren.
Das Anerkennen der Selbstwirksamkeit und der intrinsischen Motivation jedes Menschen verbindet für mich meine Erfahrung aus dem freien Schulsystem mit der Haltung einer Gestalttherapeutin. Dazu gehört beispielsweise der bewusste Umgang mit Bewertung:
Jedem Menschen ist ein eigener Bewertungsmaßstab inne und diesen kennenzulernen und sich nach ihm zu richten kann Teil des therapeutischen Prozesses sein.
Er entscheidet, mit welcher Qualität wir mit anderen Menschen in Kontakt treten wollen, entscheidet, welche Wege wir einschlagen, entscheidet ob wir einen ersten Schritt ins Ungewisse wagen, entscheidet, wozu wir herzlich JA und wozu wir klar NEIN sagen können.
Körper und Geist
Aktuell vertiefe ich meine fachliche Qualifikation in den körperorientierten Verfahren innerhalb der Gestalttherapie. Das autonome Nervensystem hat dem Namen nach einen kraftvollen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Entscheidungen.
Es kennenzulernen, sich mit ihm anzufreunden, Verständnis für uns selbst dabei zu entwickeln und damit Entscheidungen bewusster treffen zu können sind bereits Kern meiner Arbeit.
Co- und Selbstregulation helfen unserem Nervensystem in Übergangssituationen.
Wir sind Körper, Geist und Seele. Diese Erkenntnis ist Teil meiner Arbeitsweise und stellt die Grundlage für Veränderung dar. Emotionen sind die Sprache unseres Unterbewusstseins. Sein Sprachorgan ist unser Körper.
